Der goldene Ziegelstein

Ein Bauer von Reinersreuth hatte im Traum auf dem Waldstein einen Haufen Ziegelsteine liegen sehen. Zeitig am nächsten Morgen stieg er zum Berg hinauf, wo er wirklich die Ziegelsteine fand. Er steckte einen davon in seine Joppe und eilte spornstreichs nach Hause, um mit dem Fuhrwerk das willkommene Baumaterial zu holen. Unterwegs wurde ihm der mitgenommene Ziegelstein zu schwer. Er warf ihn weg. Als er daheim in die Stube trat, schaute ihn seine Frau verwundert an, denn an der Stelle, an der er den Ziegelstein in der Joppe getragen hatte, glänzte es von lauterem Gold. Geschwind spannte er an und fuhr zum Berg, um die goldenen Steine aufzuladen. Aber sie waren spurlos verschwunden.

Nach anderer Überlieferung bot droben auf dem Waldstein ein Männlein einem Holzhauer einen Ziegelstein an. Dieser fühlte sich zum Narren gehalten und warf ihn achtlos beiseite. Als er dann daheim an seinem Kittel Goldspuren entdeckte, suchte er am nächsten Morgen verzweifelt nach dem Ziegelstein. Aber alle seine Mühe blieb vergebens.