Das Waldsteinhaus und seine Geschichte

Als man sich im Zeitalter der Romantik auf die deutsche Geschichte besann, wurden die Burgen und ihre Ruinen gern besuchte Stätten. Auch die Natur wurde in ihrer Schönheit wieder mehr als bisher gewürdigt. Es kamen nun vermehrt Wanderer und auch größere Gesellschaften, die auf dem Waldsteingipfel und seinen Ruinen fröhliche Stunden verbrachten.


Das Hospiz

Das Waldsteinhaus, "Hospiz Waldstein" genannt, ließ der Staat als Wohnung für einen Waldaufseher
im Jahre 1853 im Stil eines kleinen hölzernen Schweizerhauses erbauen. Einzelne Wanderer
konnten bereits damals hier verköstigt werden und über Nacht bleiben.


Darum ließ man um 1950 im Vorhof des Roten Schlosses ein freundliches Jägerhäuschen errichten und nachdem dies nicht mehr ausreichte, daneben eine dauerhaft angelegte Hütte für die Gäste. 1853 ließ der Staat unterhalb der Burgruine eine ständig bewohnte Siedlung, das "Hospiz Waldstein" oder "Waldsteinhaus" bauen. Dies war im "gefälligen schweizer Stil" größtenteils aus Holz errichtet. Der heute noch vorhandene Brunnen wurde im November 1853 zu graben begonnen und am 1. Mai 1854 fertiggestellt.


Schon dieses anspruchslose Waldhaus bot den Wanderern eine bescheidene Übernachtungsmöglichkeit. Straßen und Wege wurden verbessert oder neu angelegt. Viele Wanderer, darunter auch dank der Eisenbahn norddeutsche Urlauber, nahmen das Hospiz dankbar in Anspruch. An schönen Sommertagen veranstalteten Musikanten aus der Umgebung abwechslungsreiche Blechmusikkonzerte, die sich regen Zulaufs erfreuten.


Darum wurde seitens des Staates über eine Erweiterung nachgedacht. Die Forstverwaltung machte gründliche Arbeit und wandelte das "leichte Schweizerhäuschen" in einen massiven zweistöckigen Bau um, wie er sich noch heute im Nordteil abzeichnet.


Während des Baues der Lokalbahn Münchberg-Zell tauchte dann der Plan auf, neben dem Forstgebäude ein Haus des Fichtelgebirgsvereins zu errichten. 1906 entschloß man sich endlich zu einem Anbau. Für die Verwirklichung des Plans legte sich vor allem die Ortsgruppe Münchberg des Fichtel-gebirgsvereins ins Zeug, allen voran ihr Obmann Dr. Erwin Goller.



Lageskizze
Das Waldsteinhaus ( 821m ), Unterkunftshaus des Fichtelgebirgsvereins steht unterhalb des Gipfels
und ist ganzjährig bewirtschaftet. Dieses Bild entstand im September 2002.

Am 2. Mai 1907 beurkundete der Notar in Münchberg, dass die Forstverwaltung dem Fichtelgebirgsverein eine etwa 225 qm große Fläche zur Bebauung zu überlassen hatte. Am 21. Juni 1908 konnte der fertige Anbau dem Hauptverein übergeben werden. Von Anfang an stand dem jeweiligen Forstwart das Recht zu, nicht nur das staatliche Waldhaus, sondern auch das angebaute Vereinsheim zu bewirtschaften. 1934 wurde das Haus an das elektrische Stomnetz angeschlossen und die sanitären Anlagen verbessert.


Als am 1. Juni 1964 die im Altbau untergebrachte Forstdienststelle aufgelöst wurde, änderten sich die Besitzverhältnisse. Der Fichtelgebirgsverein pachtete zunächst das Forsthaus und kaufte es am 27.12.1965. Selbstverständlich musste das Waldsteinhaus, wenn es wettbewerbsfähig bleiben wollte, mit der Zeit einer gründlichen Renovierung unterzogen werden.


Heute wird das Waldsteinhaus ganzjährig von einem Pächter bewirtschaftet. Im Sommer kann man unter den Buchen im Freien auf der Veranda sitzen. Zum Übernachten stehen 25 Betten zur Verfügung. Vergessen werden sollte nicht, dass im Haus eine Bereitschaft der Bergwacht untergebracht ist.